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  • Mein Fahrplan zur digitalen Unabhängigkeit – Die große Entflechtung von Google, Microsoft & Co.

    Mein Fahrplan zur digitalen Unabhängigkeit – Die große Entflechtung von Google, Microsoft & Co.

    In den kommenden Wochen werde ich hier immer wieder über meinen Fahrplan auf dem Weg zur digitalen Unabhängigkeit berichten. Vielleicht kann dieser Blog auch für Euch eine Inspiration sein?

    0. Bestandsaufnahme: Wo stehe ich überhaupt?

    Bevor du losrennst, dokumentiere alle Abhängigkeiten:

    • Welche Dienste nutze ich aktuell? (Google Mail, Kalender, Drive, Fotos; Microsoft 365; Apple iCloud; WhatsApp; etc.)
    • Welche Geräte hängen daran? (Android-Smartphone, Windows-Laptop, iPad)
    • Welche Daten liegen wo? (Mails, Kontakte, Fotos, Dokumente, Passwörter)
    • Was kostet mich das bisher – mit Geld und mit meinen Daten?
    • Ziel definieren: minimale Abhängigkeit, maximale Kontrolle, DSGVO als Leitplanke.

    1. Die eigene Domain – dein digitales Hoheitsgebiet

    • Warum eine eigene Domain die Basis für Unabhängigkeit ist (E-Mail, Homepage, Cloud-Zugänge).
    • Domain-Registrierung DSGVO-konform und datenschutzfreundlich (z. B. bei INWX, Hetzner, Infomaniak).
    • Wichtig: Domaininhaber-Daten per Whois-Privacy schützen, aber keine Scheinfirmen im Ausland.

    2. E-Mail: Raus aus dem Freemailer-Käfig

    • Vergleich sicherer, DSGVO-konformer E-Mail-Provider mit eigener Domain:
      • mailbox.org (Deutschland, starke Verschlüsselungsfeatures)
      • Infomaniak kSuite (Schweiz, revDSG-konform, sehr faires Preismodell, Free für 1 Nutzer nutzbar)
      • Proton Mail (Schweiz, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung)
    • Migration: Alte Mails per IMAP umziehen, Weiterleitung, schrittweise Absenderwechsel.
    • Praxis-Tipp: Was passiert mit alten Accounts? Wie lange lassen sie sich als Alias parallel betreiben?

    3. Synology NAS – dein privates Rechenzentrum

    • Hardware auswählen (z. B. DS224+, DS423+), Festplatten, RAID-Level.
    • Erstes Setup: DSM installieren, Benutzer anlegen, Firewall, automatische Updates.
    • Backup-Strategie: 3-2-1-Regel auch fürs NAS (Hyper Backup, USB, Cloud).
    • Grundlegende Pakete: Synology Drive, Synology Photos, Universal Search.
    • Externer Zugriff ohne Vendor Lock: QuickConnect (herstellereigen, aber optional) vs. eigenes VPN (Tailscale/Wireguard) – die souveräne Variante.

    4. Cloud-Daten repatriieren – Fotos, Dokumente & Co. zurückholen

    • Google Fotos mit Takeout exportieren und in Synology Photos importieren.
    • iCloud-Fotos über Datenschutz-Download lokal sichern.
    • OneDrive/Dropbox mit Synology Cloud Sync spiegeln, dann kappen.
    • Tipps gegen Vendor Lock: Automatische Synchronisation zwischen Smartphone und NAS per Synology Drive App / Photos Mobile – kein Zwang zu Fremd-Clouds mehr.

    5. Office: Abschied von Microsoft 365

    • Alternativen mit Fokus auf Offline-Fähigkeit, Kompatibilität und Datenschutz:
      • OnlyOffice Desktop Editors (sehen MS Office sehr ähnlich, lokal oder über eigenes NAS integrierbar).
      • LibreOffice (mächtig, klassisch).
    • Kollaboration ohne fremde Server: OnlyOffice-Dokumentenserver auf dem NAS (Docker) oder über einen sicheren Anbieter wie Infomaniak kDrive (dort ist OnlyOffice bereits integriert).
    • Praxistest: DOCX- und XLSX-Kompatibilität, Schriftarten, Makro-Verzicht – worauf du achten musst.

    6. Betriebssystem: Windows ersetzen

    • Linux-Distributionen für Umsteiger: Linux Mint, Ubuntu LTS, Fedora.
    • Dual-Boot oder kompletter Umstieg? Empfehlung: Starte auf einem alten Gerät.
    • Must-have-Software unter Linux: E-Mail-Client (Thunderbird), OnlyOffice, Browser (Firefox + uBlock Origin), Passwortmanager (KeePassXC), NAS-Einbindung.
    • Windows-Apps, die du vermissen wirst – und wie du sie ersetzt (z. B. Affinity → Darktable/Inkscape, Adobe → Open-Source-Alternativen).

    7. Smartphone: Android entgoogeln oder alternatives OS

    • Variante A: Google-freies Android mit LineageOS oder /e/OS (ohne Google-Dienste, mit microG optional).
    • Variante B: Aktuelles Pixel mit GrapheneOS (härteste Sicherheit, ohne Google Play Services).
    • App-Bezug ohne Play Store: F-Droid, Aurora Store (anonym).
    • Wichtig: Wie laufen Banking-Apps, Kamera, Benachrichtigungen? Erfahrungsbericht und Kompromisse.
    • Synchronisation mit dem eigenen NAS: Kontakte und Kalender per CalDAV/CardDAV (z. B. über Synology Calendar & Contacts).

    8. Homepage: DSGVO-konform und datensparsam

    • Hosting in der EU/Schweiz (Hetzner, Infomaniak, Hostsharing).
    • CMS-Alternativen: WordPress (abgespeckt) vs. statische Site-Generatoren (Hugo, Jekyll) – warum weniger Code weniger Risiko bedeutet.
    • Kein Google Fonts, kein CDN, keine externen Ressourcen → lokales Selbst-Hosting aller Assets.
    • Tracking: Matomo auf dem eigenen Server (kein Google Analytics), optional komplett ohne Tracking.
    • Rechtskonformes Impressum und Datenschutzerklärung ohne Anwalts-Automatik (Muster von Datenschutz-Generator mit Augenmaß).

    9. Kommunikation & Messenger: Weg von WhatsApp & Co.

    • Signal als Standard-Messenger – datensparsam, DSGVO-konform, Open Source.
    • Videokonferenzen: Jitsi Meet (selbst hostbar oder über datenschutzfreundliche Instanzen wie meet.jit.si), Infomaniak kMeet (Schweiz, ohne Zeitlimit, ohne Tracking).
    • E-Mail-Verschlüsselung für alle: PGP in Thunderbird oder Mailvelope, aber realistisch bleiben – wichtig ist Transport-Verschlüsselung (DANE, MTA-STS) beim Anbieter.

    10. Sicherheit als Gewohnheit – Passwörter, 2FA, Notfallplan

    • Passwortmanager: KeePassXC lokal + Synchronisation übers NAS (Syncthing oder Drive), Alternative Vaultwarden (Bitwarden-kompatibel) im Docker auf dem NAS.
    • Zwei-Faktor-Authentisierung: Aegis (Android) statt Google Authenticator; YubiKey für wichtige Accounts.
    • Notfallzugang für Familie / digitaler Nachlass.
    • Updates auf allen Geräten automatisieren.

    11. Nachhaltig unabhängig bleiben – Reflexion und Wartungsroutinen

    • Monatliche Routine: NAS-Backup prüfen, Logs checken, Updates installieren.
    • Neue Dienste immer nach dem Prinzip prüfen: Open Source? DSGVO-konform? Lässt sich das auf dem eigenen NAS betreiben?
    • Rückblick: Was hat sich verändert? Schnelligkeit, Komfort, Kosten, Gefühl der Kontrolle.