Digitale Unabhängigkeit – warum ich das mache und warum du mitmachen solltest
Ich habe genug davon, dass meine Daten, meine Kommunikation und sogar meine Gedanken in den Händen weniger Tech-Giganten liegen. Dass ich für den Komfort von „kostenlosen“ Diensten mit meinen persönlichsten Informationen bezahle – ohne es wirklich zu merken. Dass ich mich in einem Ökosystem bewege, das mich zwingt, ständig Upgrades zu kaufen, Daten preiszugeben oder mich mit undurchsichtigen AGBs abzufinden.
Das muss nicht so sein.
Vor über einem Jahr habe ich beschlossen: Ich will die Kontrolle zurück. Nicht nur über meine Daten, sondern über meine gesamte digitale Welt. Ich will entscheiden, wo meine Mails liegen, wer meine Fotos speichert und wie ich mit anderen kommuniziere – ohne Kompromisse bei Sicherheit, Privatsphäre oder Kosten.
Und das Beste? Du kannst das auch.
Warum ich diesen Weg gehe
Es geht nicht nur um Technik – es geht um Freiheit.
- Meine Daten gehören mir. Nicht Google, nicht Apple, nicht Microsoft. Meine Mails liegen bei mailbox.org (DSGVO-konform), meine Dokumente, Medien und Fotos liegen lokal und zentral auf meiner Synology NAS – sicher, verschlüsselt und unter meiner Kontrolle.
- Ich will keine Werbung mehr sehen, die auf mein Verhalten zugeschnitten ist. Mein Browser ist der Ecosia Browser – schnell, privat und mit klarem Fokus auf Nachhaltigkeit.
- Ich will unabhängig sein. Keine Abos, die sich automatisch verlängern. Keine Dienste, die plötzlich ihre Preise erhöhen oder Features wegnehmen. Keine Geräte, die nach ein paar Jahren nicht mehr unterstützt werden.
- Ich will ein Vorbild sein. Für meine Familie, meine Freund:innen, meine Kolleg:innen. Wenn ich zeige, dass ein Leben ohne Big Tech möglich ist – warum sollte es dann für dich nicht auch gehen?
Wo ich heute stehe – ein ehrlicher Zwischenstand
Ich bin noch nicht fertig – und das ist okay. Digitale Unabhängigkeit ist ein Prozess, kein Ziel. Aber ich habe schon viel geschafft:
✅ E-Mail, Kalender & Kontakte: Vollständig auf mailbox.org umgestellt – meine Domain olivernitsche.de läuft über Strato und ist mit mailbox.org verknüpft. Alles synchronisiert problemlos.
✅ Passwortmanagement: Mein selbstgehosteter Vaultwarden (Docker auf der Synology) verwaltet alle meine Passwörter – sicher, lokal und ohne Cloud.
✅ Dokumente, Medien & Fotos: Lokal und zentral auf meiner Synology NAS gespeichert – organisiert, verschlüsselt und für alle Geräte zugänglich.
- Dokumente: Synology Drive für Office-Dateien, PDFs und wichtige Unterlagen.
- Fotos & Videos: Synology Photos (für den schnellen Zugriff) + Immich (als Backup für langfristige Speicherung).
- Medien (Musik, Videos, etc.): Organisiert in eigenen Ordnern auf der Synology – für Streaming über Jellyfin (selbstgehostet als Docker auf der Synology) oder direkte Nutzung.
✅ Browser: Der Ecosia Browser ist mein Standard – schnell, privat und mit klarem Fokus auf Nachhaltigkeit.
✅ Betriebssysteme: Meine PCs und Laptops laufen mit Linux Mint – stabil, sicher und ohne Microsoft oder Apple.
✅ Smartphone: Mein Google-Handy läuft mit GrapheneOS – hart gesichert, ohne Google-Dienste, aber mit voller Funktionalität.
✅ Messenger: Signal ist mein Standard – Ende-zu-Ende-verschlüsselt und ohne Tracking. WhatsApp wird zum Jahresende 2024 gelöscht.
✅ Social Media: - Facebook wurde durch Mastodon ersetzt (trotzdem noch aktiv, da ich einen Vereinsaccount verwalte).
- Instagram suche ich noch eine datenschutzfreundliche Alternative.
- TikTok wird zum Jahresende 2024 gelöscht.
- X (ehemals Twitter) wird zum Jahresende 2024 gelöscht.
- Tumblr wird zum Jahresende 2024 gelöscht.
❌ Noch nicht geschafft:
- iPhone & iPad laufen noch mit dem Hersteller-OS (Apple). Hier fehlt mir noch ein guter Weg, um die Geräte zu entgoogeln – oder auf ein alternatives OS umzusteigen.
- ChatGPT, Gemini & Co. werden bis zum Jahresende 2024 durch ein lokales LLM (z. B. Ollama oder LM Studio) ersetzt.
Warum du mitmachen solltest
Vielleicht denkst du jetzt: „Klingt gut, aber ist das nicht viel Arbeit? Und was ist mit Bequemlichkeit?“
Ja, der Weg zur digitalen Unabhängigkeit erfordert ein paar Schritte – aber keine Sorge, ich nehme dich mit. Schritt für Schritt. Ohne Druck, ohne Hektik. Und am Ende wartet etwas, das sich lohnt:
✅ Mehr Kontrolle: Du entscheidest, wer auf deine Daten zugreifen darf – nicht ein Konzern.
✅ Mehr Sicherheit: Keine Datenlecks, keine Hackerangriffe auf fremde Server. Deine Daten liegen bei dir.
✅ Mehr Privatsphäre: Keine personalisierte Werbung, keine Überwachung deines Verhaltens.
✅ Mehr Nachhaltigkeit: Du unterstützt keine Megakonzerne, die Energie und Ressourcen verschlingen – sondern lokale Anbieter oder sogar deine eigene Hardware.
✅ Mehr Freiheit: Du bist nicht mehr abhängig von den Launen eines Unternehmens. Du hast die Wahl.
Und das Schönste? Du musst nicht alles auf einmal ändern. Fang klein an: mit einer eigenen E-Mail-Adresse, einem Backup deiner Daten oder einem alternativen Messenger. Jeder Schritt bringt dich näher an dein Ziel.
Meine konkreten Ziele bis zum Jahresende 2024
Damit ich bis zum 31.12.2024 nur noch über meine mail@olivernitsche.de erreichbar bin, lösche ich alle alten Konten und ersetze die Dienste durch datenschutzfreundliche Alternativen:
🔹 WhatsApp → Signal (bereits umgestellt, WhatsApp wird gelöscht)
🔹 Facebook → Mastodon (bereits umgestellt, aber noch aktiv für Vereinsarbeit)
🔹 TikTok → ? (Instagram-Alternative wird noch gesucht)
🔹 TikTok wird zum Jahresende gelöscht
🔹 X (Twitter) wird zum Jahresende gelöscht
🔹 Tumblr wird zum Jahresende gelöscht
🔹 ChatGPT, Gemini & Co. → Lokales LLM (z. B. Ollama oder LM Studio)
🔹 Alle alten Konten bei web.de, gmx, Googlemail & Co. werden bis zum 31.12.2024 gelöscht
Wie dieser Blog dich begleitet
Hier auf dieser Seite dokumentiere ich meinen Fahrplan zur digitalen Unabhängigkeit – ehrlich, praxisnah und ohne Schnickschnack. Ich zeige dir, was ich ausprobiere, was funktioniert und wo ich an Grenzen stoße. Vielleicht kannst du dich davon inspirieren lassen?
Mein aktueller Stand & nächste Schritte
- iPhone & iPad entgoogeln:
- Ich recherchiere noch, welche Alternativen es gibt (z. B. iOS mit Jailbreak + AltStore oder ein Android-Smartphone mit LineageOS als Ersatz).
- Ziel: Bis Ende 2024 vollständig ohne Apple-Dienste auskommen.
- Instagram-Alternative finden:
- Ich teste Pixelfed (dezentrale Instagram-Alternative) und Lemmy (für Community-Inhalte).
- Lokales LLM einrichten:
- Ich probiere Ollama und LM Studio aus, um ChatGPT & Co. durch ein lokales Modell zu ersetzen.
Du bist nicht allein
Dieser Weg ist kein Solo-Abenteuer. Tausende Menschen weltweit haben sich bereits auf den Weg gemacht – manche mit radikalen Schritten, andere mit kleinen Veränderungen. Du musst nicht perfekt sein. Es geht darum, bewusstere Entscheidungen zu treffen und Schritt für Schritt unabhängiger zu werden.
Fang heute an – aber ohne Druck
Du musst nicht alles auf einmal umsetzen. Fang dort an, wo es für dich passt:
- Einfach mal ausprobieren: Registriere eine eigene Domain und richte eine E-Mail-Adresse bei einem DSGVO-konformen Anbieter ein.
- Langsam wechseln: Migriere deine Daten schrittweise auf dein NAS oder deine neue Cloud.
- Gemeinsam lernen: Stell Fragen, teil deine Erfahrungen – hier oder in Communities wie r/degoogle oder PrivacyGuides.
Die digitale Unabhängigkeit ist kein Ziel, das man an einem Tag erreicht. Es ist ein Prozess – und ich freue mich, wenn du ihn mit mir gehst.
👉 Was ist dein erster Schritt? Hast du schon Erfahrungen mit dem Wechsel zu datenschutzfreundlichen Alternativen? Oder suchst du noch Inspiration? Schreib mir in die Kommentare – ich freue mich auf den Austausch!